22. März 2016
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14:59
Beim ersten Versuch das Wasser zu überqueren schoss uns die griechische Polizei mit Harpunen in das Schlauchboot. Wir mussten schnell umkehren. Die Löcher im Boot haben wir mit unseren Händen zugehalten. Das Boot drohte unterzugehen. Wir waren ständig in Todesangst. Das Geschrei der Menschen und besonders der Kinder kann ich bis heute nicht vergessen.
Auch bei unserem zweiten Versuch hat die griechische Polizei unser Boot so attackiert, dass es zu kentern drohte. Dieses Mal riskierten wir die Überfahrt in der Nacht. Sie warfen riesige Steine auf das Boot. Das Boot bekam ein Riesenloch. Es war so kaputt, dass wir nicht glauben konnten, es wieder zurück an Land zu schaffen. Wie durch ein Wunder ist es aber doch geglückt.
Mit dem nächsten Versuch wollten wir nicht wieder so lange warten. Da es keine Aussicht auf ein neues Boot gab, haben wir das kaputte Boot repariert. Natürlich fehlte uns jedes Werkzeug. Mit normaler Nähnadel und Faden, Klebstoff und einem Tacker haben wir das große Loch dann so gut es ging, aber sehr primitiv, wie man sich ja vorstellen kann, geflickt.
Mit diesem notdürftig reparierten Boot haben wir diesmal am Tage noch einmal die Überfahrt angetreten. Aber wir kamen nicht weit. Die aus Holz gefertigte Bodenplatte des Bootes hatte das alles nicht ausgehalten und zerbrach in der Mitte. Das Boot klappte wie ein Sandwich zusammen. Ich weiß heute nicht mehr wie es uns gelang, wieder zurück an Land zu kommen.
Für den vierten Versuch über das Wasser zu kommen, haben wir dann vom Schleuser ein neues Boot gefordert und auch erhalten. Dieses Boot war dann zwar ständig voll Wasser, aber wir haben die Überfahrt zu der kleinen griechischen Insel Mitilini glücklicherweise geschafft.
Von Mitilini aus sind wir 16 Stunden am Stück zu Fuß zu einem Camp gelaufen. Dort habe ich dann einen Tag nur geschlafen.
Vom Camp aus wurden wir mit einer großen Fähre in 9 Stunden nach Athen gebracht. Hier sind wir 3 Tage geblieben. Danach ging es weiter, zu Fuß, mit dem Bus, mit der Eisenbahn. Mazedonien war das Ziel. Dort hatten wir einen Tag Aufenthalt. Dann ging es weiter nach Belgrad in Serbien. In Belgrad lebten wir einen Tag und eine Nacht im Freien in einem Park. An einer Busstation haben wir übernachtet.
Fortsetzung folgt
Published by artemisia
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Gesellschaft-Politik